Auch in Greifswald ist Energiesparen angesagt (Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)
Auch in Greifswald ist Energiesparen angesagt (Foto: Gerd Altmann/pixelio.de)

Stadtwerke Greifswald informieren über steigende Energiepreise

Wie in ganz Deutschland müssen auch die Greifswalder bei der Energieversorgung immer tiefer in die Tasche greifen. Die Stadtwerke Greifswald informieren im Folgenden über die Zusammenhänge im Weltmarkt und weisen auf Energiespartipps hin.

Seit Monaten stehen die anhaltenden Preissteigerungen auf dem Energiemarkt in den Schlagzeilen von Rundfunk und Presse. Der bange Blick auf die Tankstellenanzeige macht es deutlich – die Preise für Energie steigen unaufhörlich. Wohin bewegen sich die Energiepreise und was sind die Gründe dafür?

Jährlich steigt der weltweite Energiehunger und damit der Verbrauch an Kohle, Öl und Gas. Denn diese Energieträger bilden die Grundvoraussetzung für Wachstum und Fortschritt. Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass die Energienachfrage bis 2030 jährlich um 1,7 Prozent wachsen wird. Dieser Trend verteuert Primärenergieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas und führt zu Rekordpreisen nicht nur an den Tankstellen. Deutschland ist bei den Energieträgern zu einem großen Teil auf Importe angewiesen - insbesondere bei Steinkohle und Erdgas. Somit wirken sich die steigenden Preise des Weltenergiemarktes direkt auf die Stromrechnung aller Kunden in Deutschland aus, da die Energieversorgungsunternehmen zu höheren Kosten beschaffen müssen. Doch nicht nur die erhöhte Nachfrage lässt den Preis der Energieträger steigen. Da die Möglichkeiten für den weltweiten Transport der Rohstoffe begrenzt sind, wirkt sich auch das unmittelbar auf die Frachtraten und damit auch auf die Beschaffungskosten aus. So stieg der durchschnittliche Einfuhrpreis von Steinkohle von April 2004 bis April 2006 um 36 Prozent auf 63 Euro pro Tonne und vom II Quartal 2007 bis zum I Quartal 2008 um 42 Prozent auf 90,18 Euro pro Tonne. Da über ein Fünftel des in Deutschland erzeugten Stroms aus Steinkohle stammt, bestimmt auch diese Entwicklung den Strompreis mit.

Aufgrund der Ölpreisbindung sind die Preise für Erdgas an die Entwicklung des Öls gekoppelt, was ebenso die Entwicklung der Preise des gesamten Energiesektors beeinflusst. Preisanpassungen sind somit aufgrund gestiegener Energieeinkaufspreise erforderlich. So entwickelt sich der Erdgaspreis parallel zeitversetzt zu dem Ölpreis. Im Endkundenbereich für leichtes Heizöl (HEL) ist der Preis von Anfang Februar bis Anfang Juli 2008 um 36 Prozent auf 95 Euro / 100 l gestiegen. Fernwärme und auch Strom werden wie z.B. in Greifswald zu einem Großteil wiederum mit Hilfe von Erdgas produziert. Preissteigerungen übertragen sich somit übergreifend auch auf andere Energieträger und Produkte.

Doch längst stellen nicht mehr nur fundamentale Gründe wie ein knappes Angebot oder die Dollarschwäche Gründe für die rasanten Preisanstiege dar. Auf dem Markt sind Angebot und Nachfrage aus dem Lot. Nie zuvor haben Spekulanten den Ölpreis so bestimmt wie heute. Börsenexperten sprechen längst von einer Spekulationsblase, da Spekulationen immer stärker den Ölpreis bestimmen. Zahlen belegen das explosionsartige Wachstum der Investorengelder. Waren 2001 gerade einmal fünf Milliarden Dollar in Rohstoff-Futures investiert, sind es heute schon 240 Milliarden Dollar. Seit Beginn 2008 sind 60 Milliarden Dollar neu hinzugekommen. Der Ölverbrauch liegt heute bei etwa 87 Millionen Barrel pro Tag. Es wird allerdings das bis zu 30-fache der physischen Menge an den Rohstoffbörsen als Papierkontrakte gehandelt. Das zeigt den Umfang, in welchem spekuliert wird.

Daneben wirken sich beispielsweise auf den Strompreis auch erhöhte gesetzliche Umlagen zur Erzeugung elektrischer Energie aus Erneuerbaren Energien aus. Diese Umlagen sind vom Gesetzgeber vorgegeben und können durch regionale Weiterverteiler und örtliche Versorger wie Stadtwerke nicht beeinflusst werden. Die Belastungen durch staatliche Auflagen machen beim Strompreis inzwischen bereits ca. 40% des Bruttopreises aus.

Für die Verbraucher stellen diese Umstände eine starke Belastung dar. Energiesparmaßnahmen sind das wirksamste Mittel, um den Energieverbrauch und damit die Kosten im Zaum zu halten. Und Energieeffizienz ist auch die beste Basis für Klimaschutz.

Information zum Energiesparen finden Sie im Internet unter www.sw-greifswald.de und Klick auf Service Plus. Auch im Kundenzentrum der Stadtwerke in der Gützkower Landstraße 19-21 gibt es umfangreiches Informationsmaterial zum Thema Energieeffizienz und Beratungsangebote.

Text: Stadtwerke Greifswald, Foto: Gerd Altmann/pixelio.de 


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