Rugby im Rollstuhl
Rugby soll, so die Legende, während eines Fußballspiels entstanden sein, als ein Spieler die bevorstehende Niederlage seiner Mannschaft durch das Ablegen des Balls im gegnerischen Tor abzuwenden versuchte. Zwar bestehen Zweifel, ob sich die Geburtsstunde dieser Sportart in der Tat so zugetragen hat, Fakt ist jedoch, dass sich Rugby vor allem auf den britischen Inseln, in Neuseeland, Australien, Südafrika und in Südeuropa zu einem äußerst populären Spiel entwickelte und seit mehr als 100 Jahren auch in Deutschland beheimatet ist.
Zu den Hochburgen des deutschen Rugby zählen Hannover, Heidelberg und Frankfurt/Main. Und mit nicht weniger Begeisterung gehen die Sportler des Greifswalder GSG 01 e.V. dem Rugby-Spiel nach. Mit einem Unterschied zum normalen Rugby: der Rollstuhl! Der im Jahre 2001 ins Leben gerufene Behindertensportverein bietet seinen mittlerweile über 100 Mitgliedern neben dem Rugby auch die Möglichkeiten des Basketball, Tischtennis, Badminton, Tauchen und Sport 50+, um fit und aktiv zu sein und – die Hauptsache – Spaß an der Bewegung und dem Treffen mit Gleichgesinnten zu haben.
Rugby ist für die Spieler, die an mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt sind, ein sehr bewegungsintensives Spiel, bei dem jede Mannschaft in vier mal acht Minuten Spielzeit versuchen muss, den Ball in das gegnerische Feld zu fahren. „Auch während einer Spielunterbrechung müssen die Rollstühle ständig in Bewegung gehalten werden. Das bedeute schon mehr als eine Stunde intensivste Bewegung pro Spiel“, verdeutlicht der Trainer Daniel Lemke. Auch wenn Spaß, Teamgeist und gute Stimmung für die „Greifswalder Rollmöpse“ an erster Stelle stehen und man keine großen Erwartungen hegt, hofft man dennoch auf ein gutes Abschneiden in der Basis und 2. Bundesliga. „Dass wir eine gute Mannschaft haben, wird uns bei Turnieren immer wieder bestätigt“, freut sich Daniel Lemke.
Besonders wird man wohl Vereinsmitglied Jens Meyer die Daumen drücken, der mit der leistungsstarken deutschen Nationalmannschaft in der Championsleague antreten wird.
Text und Foto: Sabrina Wittkopf-Schade
(aus Greifswald KOMPAKT, Ausgabe 04/2006)
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