Wale im Greifswaler Bodden-vor der Küste Rügen
Wale im Greifswaler Bodden-vor der Küste Rügen

Wale vor der Küste Rügen gesichtet

Greifswald, 30.07.2008) Wie die PR-Abteilung des Ozeaneum in Stralsund jetzt mitteilt, sind tatsächlich Wale in den Ostseegewässern unterwegs. Sehr nahe an der Küste, um genau zu sein vor der Küste Kap Arkona auf der Insel Rügen wurden eher beiläufig die Wale entdeckt und fotografiert. Diesen Seltenheitswert konnte der Ornithologe Andreas Nick für sich verbuchen und lies sich die seine Vernutungen vom Walforscher Dr. Harald Benke bestätigen.
(Stralsund, 29.07.08) Der Direktor des Deutschen Meeresmuseums und Walforscher Dr. Harald Benke konnte nun bestätigen, dass es sich bei dem springenden Wal, der letzten Freitag, dem 25.07.08, von Kap Arkona auf Rügen aus gesichtet und fotografiert wurde, um einen Buckelwal handelte. Der Ornithologe Andreas Nick, der eigentlich den Vogelzug beobachten sollte, hatte den Wal um 17:00 Uhr entdeckt und konnte ihn bis 18:45 verfolgen. Seinem Kollegen Christoph Bock gelang es sogar, den springenden, ca. 12 Meter langen Buckelwal zu fotografieren. Anhand dieser Fotos konnte nun Benke den Wal eindeutig identifizieren.
Benke nennt die Sichtung des Buckelwals vor Rügen eine Sensation. Die letzte Sichtung eines lebenden Buckelwals in den deutschen Gewässern der Ostsee liegt genau 30 Jahre zurück, als 1978 vor Rügens Küste ein ca. 10 m langer Buckelwal auftauchte, der auf den Namen „Ossi“ getauft wurde. Damals wurde der Wal zwischen dem 13. August und dem 8. November mehrfach gesehen und auch fotografiert. Am 24. August 1978 konnte der Meeressäuger vom damaligen Museumsdirektor Dr. Sonnfried Streicher und seinem damaligen Stellvertreter Gerhard Schulze eindeutig als Buckelwal identifiziert werden. Diese Buckelwalbeobachtung ist somit die letzte bekannte Sichtung eines solches Tieres in der deutschen Ostsee und daher ein äußerst seltenes Ereignis. Vor 1978 ist nur eine Buckelwalsichtung in der Ostsee aus dem Jahr 1851 dokumentiert worden.
Im Mai 2006 wurde ein Buckelwal in polnischen Gewässern beobachtet. Jedoch wurde dieses Tier nie in deutschen Gewässern der Ostsee gesichtet. Am 3. Juli 2003 fand man am Strand von Groß Schwansee in der Lübecker Bucht ein 6 Meter langes und 2 Tonnen schweres totes Buckelwalbaby, das damals von Mitarbeitern des Deutschen Meeresmuseums untersucht worden ist. Buckelwale im Viesier des Betrachters
Der aktuelle Buckelwal ist wie seine Vorgänger ein Irrgast. Üblicherweise leben diese 12 bis 15 m großen Kolosse, die für Ihre Walgesänge bekannt sind, in Küstennähe und kommen in allen Ozeanen der Erde vor. Benke meinte scherzhaft: „Der Grund warum sich nun ein Buckelwal vor den Toren von Stralsund aufhalte, liegt wohl daran, dass es sich wohl auch schon bei den Walen herumgesprochen hat, dass es im OZEANEUM in Stralsund die weltweit größte Ausstellung mit lebensgroßen und lebensechten Walnachbildungen gibt.“ Hier kann man in der Ausstellung „Riesen der Meere“ eine Buckelwalmutter mit ihrem Kalb bestaunen.

Text: Deutsches Meeresmuseum (DMM)
Fotos: Christoph Bock


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