Greifswalder Markt
Die Ansichten, ob der Greifswalder Marktplatz sehenswert ist oder nicht, werden sehr kontrovers diskutiert. So viele Einwohner, Tagestouristen und Urlauber Greifswald besitzt, so viele Meinungen gibt es. Für viele Greifswalder wirkt er langweilig. Frauen mit spitzhackigen Schuhen hat er schon das Fürchten gelehrt. Da kann auch der eher lieblos zusammengewürfelte Wochenmarkt, ohne maritimem oder hanseatisch wirkendem Flair, und ohne typisch norddeutschem Charakter, wenig gut machen.
Und dennoch bildet der Greifswalder Marktplatz den zentralen Anlaufpunkt für Veranstaltungen, regionale und überregionale Events. Er ist die erste Adresse für Führungen durch die Stadt. Vergleicht man neuzeitliche und historische Bilder und Fotos über Greifswald, so gehört der Greifswalder Markt zu den meist fotografiertesten Motiven unter den Sehenswürdigkeiten in Greifswald.
Seine rechteckige gar quadratische Fläche ist ein typisches Merkmal der Städtebauweise aus der Zeit der Hanse. Vier verschiedene Seiten umrahmen den Markt. Jede Front für sich bildet den unverwechselbaren Charakter des Greifswalder Marktes.
Zum Greifswalder Marktplatz gehört ebenso der legendäre Fischmarkt, der mit seinem Brunnen und den Caféterrassen zum begehrten Teil gehört. Die Front des Rathauses und der gegenüberliegende Flanierbereich bilden die Verbindung zwischen dem Hauptplatz und dem Fischmarkt.
Jedes Gebäude rund um den Greifswalder Markt schreibt eine eigene unverwechselbare Geschichte. Mit gotischen Backsteinen zählen die Kaufmannshäuser am Markt 11 und Markt 13 mit zu den bekanntesten Adressen in der Geschichte der Hansestadt Greifswald, dicht gefolgt vom im Stil der Renaissance gerichtetem Rathaus mit seinen Arkaden in den barocken Dachreitern, der Ratsapotheke, die sich kaum verändert auf den Bildern Caspar David-Friedrich wiedererkennen lässt und den Giebelhäusern an der Nordfront des Hauptplatzes.
Immer wieder gern nachgefragt wird nach den beiden sich wie Zwillinge gleichenden Häusern direkt am Fischmarkt. Ein Stein, der beide Häuser miteinander verbindet, verweist auf das 15. Jahrhundert und galt zur damaligen Zeit als das größte Wohnspeicherhaus.
An der etwas düstern wirkenden Südseite befindet, gesäumt von Linden, ein backsteinernes Gebäude, in dem sich derzeit noch die Post befindet.
Jede Seite für sich allein gesehen widerspiegelt auf charmante Art den Charakter einer Hansestadt im mittelalterlichen Gewand.
Foto und Text: Katja Elflein
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