St. Spiritus

Wer heute in der Langen Straße unweit der Dompassage flaniert, dem fällt ohne Zweifel das gelblich Gebäude in Augenschein. Mit großen Lettern ziert die Inschrift St. Spiritus das Gebäude. Ein wenig ungläubig steht man und schaut, entdeckt den modernen Wegweiser, welcher mit eisernen und kreativen Motiven verkündet, hier ist man richtig, trete ein und fühl dich willkommen.

Der Schritt hinter den modernen, sich selbst öffnenden Türen ist immer noch zögerlich, ahnt man doch, im Sankt Spiritus Greifswald spielt seit hunderten von Jahren Begegnung eine entscheidende Rolle. Die Türen zum Cafe stehen offen, die zum Innenhof sowieso. Man bleibt und wer das erste Mal den Sankt Spiritus betritt, stellt Fragen, passt das eine kaum mit dem anderen zusammen und doch verbindet das Haus so einiges, vor allem Menschen.

Man sieht es den kleinen eingeschossigen Fachwerkhäusern nicht mehr an und doch sind es die ältesten Häuser in Greifswald. Urkundlich wurde das ehemalige Hospital St. Spiritus 1262 erwähnt. Das Gründungsdatum der Stadt Greifwald datiert auf 1250. Eine karitative Bürgerstiftung rief an der Küste Vorpommern das Hospital St. Spiritus ins Leben. Die Versorgung der Kranken und Alten, die Betreuung der Armen, Wanderer und Gäste der Stadt Greifwald gehörten von nun an zur Stadt dazu, doch lagerte man die Häusern an den Rand des mittelalterlichen Greifswalds. Mit dem Bau einer damals zweischiffigen Hofkapelle begann der St. Spiritus erstmalig sich zu einem Begegnungszentrum zu entwickeln. Man heilte, hörte zu, spendete Trost, fand motivierende Worte und gab mit kreativen Ideen und Aufgaben den Menschen Kraft und einen Wert.

Auch wenn zwischenzeitlich als Speicher und als Bäckerei genutzt, sollte dieser Wert des St. Spiritus, so wie der Name selbst, nie vergessen werden. Heute erblüht im St. Spiritus Greifswald das Soziokulturelle Zentrum. Man hört immer noch zu, lädt zu Kaffee und Kuchen ein, fördert in den Kreativwerkstätten Ideen und die Räume sowie der Hof sind gern gesehene Kulissen für Veranstaltungen in Greifwald.

Text: Katja Elflein

Quelle: Webseite des Förderverein Schwedisches Kulturerbe in Pommern e.V.


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