Katharina Rubenow
Herzenswärme und Güte muss Katharina Rubenow ausgestrahlt haben. Schon zu Lebzeiten kümmerte sie sich mit Seelsorge in den spitalen und kirchlichen Gemeinden der Hansestadt Greifswald. Ihre wahre Größe steckt dennoch in der Liebe zu ihrem Mann und lässt in seinen Werken eine Ehre anbetende Widmung, gesetzt als Erinnerung an einem Reformator, Bürgermeister, Mitbegründer und erster Rektor der Universitäts-und Hansestadt Greifswald.
Die Greifswalderin Katharina Rubenow erblickt im Jahre 1412 als Katharina Hilgemann das Licht der Welt. Bereits als Kind genießt sie das reiche und kultivierte Leben ihrer Eltern. Johannes Hilgemann, ihr Vater, bekleidete zu dieser Zeit einflussreich das Amt des Bürgermeisters in Greifswald, vertritt dabei die Rechte der Stadt und die Rechte Greifswald im Städteverbund der Hanse. Zusammen mit ihrer Schwester Lutgard Hilgemann erbt sie 1430 mit dem Tod des Vaters ein nicht unerheblich großes Vermögen.
Im Jahre 1433 heiratet Katharina Rubenow den späteren Bürgermeister und Rektor der Universität Greifswald Heinrich Rubenow. Auch ihm sagte man geistige Begabung und Vermögen voraus. Für Greifswald und der Gründung der Universität sollte das Vermögen der Familie Rubenow eine tragende Rolle spielen. Die Ehe selbst blieb kinderlos.
Ob Hass, Neid, Macht, Intrigen oder Zweifel an der Rechtschaffenheit Rubenows im Amt des Bürgermeisters zum Mordkomplott führten, kann heute nur spekulativ erzählt werden. Katharina Rubenow beginnt 1489 mit der Stiftung eines bedeutenden bibelauslegenden Werkes, wo eindrucksvoll der Universitätsgründer seine Würdigung für die Ewigkeit festgehalten wird.
Doch Katharinas wahres Vermächtnis offenbart sich erst mit ihrem Tod im Juli 1492. Mehrere Häuser, unter anderem, das der Familie Rubenow in der Brüggstraße wurden, verkauft, Renten, Silber, der Schmuck und die Gewänder aus dem Nachlass kamen verschiedenartigen Stiftungen zugute. Ihr letzte Ruhe fand sie im benachbarten Grab ihres Mannes.
Text: Katja Elflein
Quelle: Greifswalderinnen in Licht und Schatten; Hansestadt Greifswald, Anneliese Höfs, Annette Sandmann, Ute Boback-Askri, Druckjof gampe, Bergen
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